Der Brauch, zu Ostern Blumen zu verschenken, wurzelt in der Verbindung von kirchlicher Tradition und dem Erwachen der Natur. Ursprünglich markiert Ostern das Ende der 40-tägigen Fastenzeit. In dieser Zeit war es üblich, auf Luxus zu verzichten – auch der Altarraum in den Kirchen blieb oft schmucklos. Mit dem Ostersonntag, dem Fest der Auferstehung, kehrte die Pracht zurück: Die Kirchen wurden mit den ersten Frühlingsblühern festlich geschmückt, um den Sieg des Lebens über den Tod sichtbar zu machen.
Parallel dazu feierten die Menschen schon seit der Antike das Frühlingsäquinoktium (Tag-und-Nacht-Gleiche). Blumen waren dabei das natürlichste Geschenk der Erde, um den Sieg des Lichts über die Dunkelheit zu feiern. Da viele typische Osterblumen wie Narzissen oder Tulpen genau zu dieser Zeit ihre Köpfe aus der Erde strecken, wurden sie zum Sinnbild für den Neuanfang. Aus dem rituellen Schmücken entwickelte sich über die Jahrhunderte die liebevolle Geste, diese Symbole der Hoffnung auch an Freunde und Familie zu verschenken.